Wenn neue Wohnungen entstehen, sind Eingriffe in die Natur zwangsläufig die Folge. So ist es auch beim Bau der Eggarten-Siedlung. In erster Linie kommt es darauf an, möglichst viele Verluste zu vermeiden. Die verbleibenden Beeinträchtigungen müssen ausgeglichen werden.
Was sind Ausgleichsflächen?
Die Ausgleichsflächen werden so aufgewertet, dass die durch das Bauprojekt verursachten Verluste bestmöglich kompensiert werden. In der Nähe des Bauprojekts werden Lebensräume neu geschaffen oder verbessert, sodass Tiere und Pflanzen neue, dauerhafte Rückzugsorte finden. In München koordinieren die untere Naturschutzbehörde und die Abteilung Grünplanung des Referats für Stadtplanung und Bauordnung diese Maßnahmen. Ausgleichsflächen werden rechtlich verbindlich gesichert und müssen mindestens so lange bestehen bleiben, wie die Eingriffe andauern.
Wo entstehen die Ausgleichsflächen in der Eggarten-Siedlung?
Ein Teil der Ausgleichsflächen wird in der näheren Umgebung der Baumaßnahmen und innerhalb des Gebiets des Bebauungsplans verwirklicht: Auf den gut besonnten Südhängen des neu geplanten Lärmschutzwalls am Südrand des Gebiets sowie westlich der Lassallestraße werden neue Mager- und Gehölzlebensräume entstehen.
Die mit über sechs Hektar größte Ausgleichsfläche wird direkt neben dem Wald- und Heidegebiet Allacher Lohe entwickelt. Dort werden ackerbaulich genutzte Flächen in wertvolle Biotope umgewandelt. Geplant sind artenreiche Magerwiesen und strukturreiche Waldränder, die vielen Insekten, Eidechsen, Vögeln und zahlreichen anderen Kleintieren neuen Lebensraum bieten werden.
Zwischen der Heidelerchenstraße und einem Nebengleis der Deutschen Bahn soll eine weitere Ausgleichsfläche entstehen. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Entwicklung eines naturnahen Waldbestands, extensiv bewirtschafteter, artenreicher Wiesen sowie blütenreicher Säume.
Bei allen Ausgleichsflächen werden zudem spezielle Artenschutzmaßnahmen für Reptilien, Vögel und Fledermäuse umgesetzt.
Lebensräume verbinden – Biotopverbund-Korridor entsteht
Die gut verorteten Ausgleichsflächen stärken die städtischen „Biotopverbund-Korridore“ für Magerlebensräume erheblich. Diese Netzwerke miteinander verbundener Lebensräume für Tiere und Pflanzen sollten sich möglichst ohne Unterbrechungen durch das gesamte städtische Ökosystem ziehen. Die Verbundsysteme sorgen dafür, dass einzelne, oft isolierte Schutzgebiete nicht wie Inseln nebeneinanderstehen, sondern durch „grüne Brücken” miteinander verbunden sind. Sie sind eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass viele Arten wandern, sich austauschen und langfristig überleben können.
Vielfacher Nutzen für Mensch, Umwelt und Klima
Die Ausgleichsflächen haben nicht nur eine Bedeutung für den Naturschutz, sondern entfalten auch andere wertvolle Wirkungen für Natur und Landschaft. Sie tragen zum klimatischen Ausgleich sowie zur Verbesserung des Wasser- und Stoffhaushalts bei. Nicht zuletzt bereichern die Flächen das Stadt- und Landschaftsbild um attraktive, blühende Strukturen und bieten hautnahe Naturerfahrungen direkt vor der Haustür.





