Modellquartier Eggarten-Siedlung: Das Wichtigste auf einen Blick
Auf dieser Seite finden Sie häufig gestellte Fragen zur Planung und zum Baufortschritt der Eggarten-Siedlung. Die Antworten sind nach Themen geordnet. Wir aktualisieren die FAQ regelmäßig und ergänzen sie um neue Fragen.
Wohnen: Was wird in der Eggarten-Siedlung gebaut?
Der Stadtrat hat die Schaffung eines Quartiers mit ca. 1900 Wohneinheiten beschlossen. Diese werden mehr als 4.500 Bürger*innen ein neues Zuhause geben.
47 Prozent der Wohnungen sind geförderte und preisgedämpfte Mietwohnungen, die in Zusammenarbeit mit Genossenschaften gebaut werden. Davon werden 15 Prozent der Neubauwohnungen Haushalten aus der Nachbarschaft angeboten, beispielsweise für barrierefreies Wohnen oder Familiengründungen in der Umgebung.
Mit diesem Anteil geht die Planung über die Vorgaben der geltenden Sozialgerechten Bodennutzung (SoBoN) und die üblichen Rahmenbedingungen für das Bebauungsplanverfahren hinaus.
Infrastruktur und Gewerbe: Zum neuen Quartier gehören außerdem eine Schule und mehrere Kindertageseinrichtungen. Gewerbeflächen konzentrieren sich lediglich auf die Erdgeschosse. Dort sollen Angebote für die Menschen im Quartier und aus der Nachbarschaft entstehen, wie etwa Restaurants, Geschäfte und weitere Einrichtungen für den täglichen Bedarf.
Es werden sowohl Eigentums- als auch Mietwohnungen entstehen. Die Planungen befinden sich derzeit in einem so frühen Stadium, dass konkrete Angebote noch nicht möglich sind. So bald feststeht, welche Unternehmen auf welchem Baufeld bauen, werden Sie das über diese Website erfahren.
Die Genossenschaften haben zugesagt, 15 Prozent der dort von ihnen geplanten Wohnungen für Interessierte aus der Nachbarschaft zu reservieren. Die Planungen befinden sich aber in einem so frühen Stadium, dass konkrete Angebote derzeit nicht möglich sind. Die Genossenschaften werden die Haushalte in den Nachbarquartieren des Eggartens rechtzeitig über die Zugangsmöglichkeiten zu Genossenschaftswohnungen informieren.
Im bisherigen Verlauf des Verfahrens wurden Interessierte bereits mehrmals umfassend informiert und beteiligt. Wann bereits Veranstaltungen dazu stattfanden und was zukünftig geplant ist, dazu erfahren Sie unter Dialog.
Was passiert mit Natur und Grün?
Der Baumbestand wurde zwischen 2017 und 2023 mehrfach erfasst und vermessen. Insgesamt wurden dabei 1.125 Bäume erfasst.
Mehr als die Hälfte der als „sehr erhaltenswert“ oder „erhaltenswert“ eingestuften Bäume bleibt bestehen. Um dieses Ziel zu erreichen, waren einige Änderungen an der Planung erforderlich. So wurden unter anderem Wege im öffentlichen Grün und Straßenverläufe angepasst, um möglichst viele wertvolle Bäume zu erhalten.
Ersatzpflanzungen: Innerhalb des Plangebiets werden Ersatzpflanzungen vorgenommen. Die neuen Bäume erhalten geeignete Standorte und gute Bedingungen zum Wachsen. Damit wird 66 Prozent des gesamten verlorenen Baumbestands ersetzt. Bei den besonders wertvollen Bäumen liegt der Ausgleich sogar beim Fünffachen der geplanten Fällungen.
Ausgleichsflächen: Zusätzlich entsteht an der Heidelerchenstraße auf 4,1 Hektar eine neue Ausgleichsfläche. Dort wächst heute ein junger Wald. Künftig soll er dem Naturschutz und der Artenvielfalt dienen. Eine forstwirtschaftliche Nutzung, wie etwa Kahlschläge, das Pflanzen schnell wachsender Baumarten oder das Entfernen von Totholz, ist dort nicht vorgesehen. So kann sich der Wald naturnäher entwickeln und mehr Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten.
Auch in der Allacher Lohe entsteht neuer Lebensraum: Auf 0,65 Hektar wird ein Waldmantel angelegt. Dieser bildet den Übergang zwischen Wald und offenen Flächen und schafft damit zusätzliche Lebensräume für viele Arten.
Großzügige öffentliche Grün- und Freiflächen, Maßnahmen zum Natur- und Artenschutz sowie eine flächensparende Bauweise sollen bei unserem Modellquartier zur Förderung der Biodiversität und des Stadtklimas beitragen.
Die ersten Untersuchungen zu diesem Thema wurden im Rahmen des Strukturkonzepts durchgeführt. Darauf aufbauend gab und gibt es im Zuge des Bebauungsplanverfahrens weitere Erfassungen und Kontrollen, meist im Rahmen einer ökologischen Baubegleitung.
Alle notwendigen Maßnahmen (z. B. Kampfmittelfreimachung, Altlastenentsorgung, Verkehrssicherung usw.), die mögliche Eingriffe in Flora und Fauna nach sich ziehen könnten, erfolgen unter fachgutachterlicher Beratung und Aufsicht sowie in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde. (Siehe dazu auch unsere Charta.)
Die Eggarten Projektentwicklung hat – um möglichst viele erhaltenswerte Bäume zu schützen – ein innovatives und schonendes Verfahren ausgewählt. Mithilfe einer geomagnetischen Untersuchung sowie einem Georadar können Kampfmittel festgestellt werden, ohne dass ein Eingriff in das Erdreich notwendig ist. Dies wird als erster Schritt der Gesamtuntersuchung bei allen erhaltenswerten Bäumen durchgeführt. Nur wenn ein entsprechender Fund auftritt, werden weitere Maßnahmen, erneut in Abstimmung mit den zuständigen Behörden, erfolgen.
Im Umgriff des Bebauungsplans, der derzeit für die zukünftige Quartiersentwicklung durch die Landeshauptstadt München erarbeitet wird, befindet sich lediglich an den östlichen Rändern ein Teilbereich der im Flächennutzungsplan als sogenannte „Allgemeine Grünfläche“ festgelegt wurde.
Von Anfang an war es ein wichtiger Bestandteil der Planungen, dass die als „Allgemeine Grünflächen“ gekennzeichneten Areale auch in Zukunft erhalten werden. Dort soll, wie in den aktuellen Plänen bereits zu sehen, eine ökologische Aufwertung stattfinden, um unter anderem einen Biotopverbundkorridor zu schaffen. Dies ist eine die umfangreichen Maßnahmen zum Natur- und Artenschutz, damit mit der Eggarten-Siedlung, ein Quartier mit hoher Biodiversität entsteht.
Entlang des DB-Nordrings wird durch Freihaltung einer ausreichend breiten Strömungsachse mit einem Querschnitt von ca. 200 Metern – eine sogenannte Kaltluftleitbahn – von Neubebauung oder dichter Neubepflanzung freigehalten.
Auf dem Quartiersgelände selbst wird die Durchlüftung durch strömungsgünstige Anordnung der Gebäude und Freiflächen zu den vorhandenen Kalt- und Frischluft-Strömungen gewährleistet.
Verkehr und Mobilität
Unser Ziel ist es, mit einem innovativen Mobilitätskonzept die verschiedenen Verkehrsformen sinnvoll miteinander zu verbinden. Dazu gehören neue Wegverbindungen für Fußgänger und Radfahrer, die sinnvolle Anordnung von Parkmöglichkeiten und insbesondere die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.
Um den Umstieg auf den ÖPNV zu erleichtern, sollen sogenannte Mobilitätshubs eingerichtet werden, die verschiedene Leihsysteme, wie z.B. Lastenfahrräder oder Pedelecs, beinhalten. Mit diesen Angeboten kann die „letzte Meile“ überwunden werden, so dass die nahe gelegenen S- und U-Bahnstationen besser zu erreichen sind.
Darüber hinaus soll eine zusätzliche Bushaltestelle an der Lassallestraße im Zuge der Entwicklung errichtet werden. Langfristig könnte, bei einer Aktivierung des DB-Nordrings auch ein zusätzlicher S-Bahnhaltepunkt eingerichtet werden. Bei den Planungen wird dies grundsätzlich berücksichtigt.
Die vorgesehenen Quartiersgaragen werden als Mobilitätshubs an den Rändern der Wohnanlagen entstehen und so den motorisierten Verkehr im Quartier auf ein Minimum reduzieren. Ein flexibles Stellplatzmanagement optimiert die Auslastung der zur Verfügung stehenden Parkplätze durch zeitlich versetzte Nutzungen für Besucher und Kunden des Einzelhandels und der Gastronomie. Dies ist auch eine Maßnahme, um den Parkdruck in den umliegenden Straßen zu senken.
Für Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen sind umfangreiche Verbesserungen geplant. Mit einer Durchwegung des Quartiers und der Anbindung an größere Verbindungswege, z.B. an die geplante Parkmeile wird das Radfahren deutlich attraktiver. Auch Fußgänger können die Wege von der ÖPNV-Haltestelle oder zum Einkaufen einfacher und sicherer erledigen.
Infrastruktur: Was gibt es vor Ort?
Insgesamt fünf Kindertageseinrichtungen werden im Quartier gebaut. Zudem wurde in Abstimmung mit den verantwortlichen Behörden der Landeshauptstadt München der Bedarf an einer vierzügigen Grundschule mit Außensportanlage und einer Dreifachsporthalle ermittelt. Diese Sportanlagen stehen dann auch dem Vereins- und Breitensport zur Verfügung.
Es soll eine Reihe von Nahversorgungangeboten entstehen, die sowohl den Bedarf der neuen Bewohner*innen decken als auch für die umliegende Bevölkerung ein Anlaufpunkt werden können. Durch eine günstige Lage soll der Nahversorgungs- und Dienstleistungsstandort dazu beitragen, den Eggarten stärker mit der Siedlung am Lerchenauer See zu verknüpfen.
Die Eggarten-Siedlung soll ein Quartier der kurzen Wege werden. Viele Ziele des täglichen Lebens lassen sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen. Dazu gehören etwa Geschäfte, Bildungs- und Betreuungsangebote, Freiräume und Orte für Begegnung.
Das Quartier verbindet Wohnen, Arbeiten, Versorgung und Freizeit auf engem Raum. Gute Fuß- und Radwege schaffen direkte Verbindungen innerhalb des Quartiers und in die umliegenden Stadtteile.
Damit setzt die Planung einen anderen Schwerpunkt als die klassische „autogerechte Stadt“. Wer im Alltag kurze Wege hat, kann häufiger auf das Auto verzichten. Das spart Platz, reduziert Verkehr und schafft mehr Raum für Menschen, Grün und Aufenthalt. Gerade angesichts des Klimawandels gewinnt dieses Prinzip an Bedeutung.
Welche Ziele verfolgt die Planung?
Aus städteplanerischer Sicht ist eine dichtere Bebauung an dieser Stelle wünschenswert, um eine Zersiedelung ins Umland und damit die Steigerung von Pendlerströmen und einem größeren Flächenverbrauch zu vermeiden. Dies entspricht dem Leitbild „kompakt, urban, grün“ der Perspektive München und dem der „Innenentwicklung“ im Baugesetzbuch. Außerdem schafft eine kompakte Bebauung eine gute Infrastruktur innerhalb des Quartiers.
Die Eggarten-Siedlung soll neue Maßstäbe für nachhaltige Stadtquartiere in München setzen. Bereits im Juli 2019 hat der Münchner Stadtrat beschlossen, die Eggarten-Siedlung zu einem lebenswerten und zukunftsweisenden Wohnquartier mit einem nachhaltigen genossenschaftlichen Wohnanteil zu entwickeln.
Energie und Klima: Ein klimafreundliches und innovatives Energiekonzept soll den Energieverbrauch und die CO₂-Emissionen des Quartiers möglichst geringhalten.
Schwammstadt: Regenwasser bleibt möglichst dort, wo es fällt. Es wird vor Ort gespeichert, verdunstet oder versickert. So entlastet das Quartier die Kanalisation und hilft, mit Starkregen und Hitze besser umzugehen.
Natur und Artenvielfalt: Das Quartier nutzt die Fläche sparsam. Begrünte Höfe, Dachterrassen, Freiflächen und neue Lebensräume schaffen gute Bedingungen für Pflanzen und Tiere.
Autoarme Mobilität: Das Konzept reduziert den Autoverkehr im Quartier. Dafür entstehen gute Bedingungen für Fuß- und Radverkehr sowie weitere umweltfreundliche Mobilitätsangebote.
15-Minuten-Stadt: Die wichtigsten Ziele des Alltags sollen in etwa 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sein. Dazu zählen etwa Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Kitas und Dienstleistungen.
So verbindet die Eggarten-Siedlung gerechtes Wohnen, Klimaschutz, Natur und eine alltagstaugliche Mobilität. Das macht sie zu einem Modell für die Entwicklung nachhaltiger Stadtquartiere.
Obwohl im Flächennutzungsplan das Areal der Eggarten-Siedlung derzeit als Fläche für Gewerbe und Bahnanlagen festgesetzt ist, kann sie teilweise auch als Außenbereich bewertet werden. Eine Bebauung ist also nur auf Grundlage des §35 BauGB möglich.
Durch die vom Stadtrat beschlossene Aufstellung des Bebauungsplans wird die Eggarten-Siedlung nach Abschluss des Verfahrens planungsrechtlich zum Innenbereich. Eine Bebauung ist dann im Rahmen der künftigen Festsetzungen zulässig.
Das Ziel „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ im LEP zielt darauf ab, vorhandene und für eine bauliche Nutzung geeignete Flächenpotenziale in den Siedlungsgebieten (z.B. Brachflächen, leerstehende Bausubstanz, sowie Möglichkeiten zur Nachverdichtung) vorrangig zu nutzen, um eine Zersiedelung zu vermeiden. Das LEP folgt somit auf Landesebene – wie auch die Perspektive München auf städtischer Ebene – dem Leitbild des BauGB, das der Innenentwicklung als wichtiger Maßnahme zum sparsamen und schonenden Umgang mit Grund und Boden einen Vorrang einräumt.
Zwei Drittel des Gebietes sind im Zuge der Bahnreform 1994 an die bundeseigene Vivico Real Estate übergangen, aus der 2011 die CA Immo entstanden ist. Damit wurden diese Flächen nicht verkauft, so dass auch die Landeshauptstadt nicht die Möglichkeit hatte, das Areal oder Teile des Areals zu erwerben.
2015 wurden in einem Bieterverfahren einzelne, im Gebiet verstreute und teilweise bewohnte Bereiche der Eggarten-Siedlung zum Verkauf angeboten. Aufgrund des fehlenden Baurechts und des sanierungsbedürftigen bzw. abbruchreifen Zustands der Gebäude gab es aus Sicht der Landeshauptstadt keine Entwicklungsperspektive – sie beteiligte sich daher nicht am Verfahren.
Im Sommer 2025 verkaufte die CA Immo ihre Anteile an der Eggarten Projektentwicklungsgesellschaft vollständig an die Büschl Unternehmensgruppe.

