Das Areal

Die Eggarten-Siedlung ist heute eine Gartenkolonie mit wenigen Wohngebäuden, von denen aktuell noch drei bewohnt werden. Aufgrund der Insellage hat sich die Eggarten-Siedlung in einer ganz eigenen Charakteristik entwickelt. Diese wird von einigen als idyllisch und verwunschen, von anderen jedoch als unzugänglich und wenig einladend empfunden.

Unbestritten ist, dass sie aufgrund ihrer Geschichte eine umfangreiche Grünausstattung aufweist, die einerseits Lebensraum für Tiere und Pflanzen bietet, andererseits jedoch heute nur wenigen Menschen zugutekommt.

Lage und Umfeld

Das Areal der Eggarten-Siedlung ist ca. 21 ha groß und befindet sich im 24. Münchner Stadtbezirk Feldmoching-Hasenbergl südlich des Lerchenauer Sees. Begrenzt wird es im Norden und im Westen von der Lassallestraße sowie der Wilhelmine-Reichard-Straße, im Süden und Osten von den Gleisanlagen des DB-Nordrings sowie der Verbindungsstrecke zum Bahnhof München-Feldmoching.

Luftbild vom Areal
Luftaufnahme aus dem Jahr 1987
Luftaufnahme aus dem Jahr 2015
Strukturplan 2019
Luftaufnahme aus dem Jahr 1987

Historie

Bis zum Ersten Weltkrieg war die heutige Eggarten-Siedlung Teil der königlichen Fasanerie Moosach. Ab 1919 wurde die Fläche durch die Bayerische Krongutsverwaltung für Siedlungszwecke zur Verfügung gestellt. In den folgenden Jahren entstanden zunächst 62 Häuser im Erbbaurecht.

Doch bereits 1938 wurde das Areal durch die Deutsche Reichsbahn erworben und die Errichtung eines Verschiebebahnhofs geplant. Die Erbbaurechte der Siedler wurden abgelöst und schon kurz darauf die ersten Gebäude abgebrochen. Im Zweiten Weltkrieg wurden weitere Häuser durch Luftangriffe zerstört.

In der Nachkriegszeit hielt die Deutsche Bundesbahn an den Planungen für den Rangierbahnhof fest. München wuchs und in direkter Nachbarschaft am Lerchenauer See entwickelte sich ein neuer Stadtteil, doch die Eggarten-Siedlung blieb als Bahnfläche der städtischen Planungshoheit entzogen. Bis weit in die 1970er Jahre wurden vorhandene Gebäude abgebrochen und die brachliegenden Flächen als Freizeitgärten verpachtet.

Der heutige Rangierbahnhof München-Nord wurde schließlich ab 1988 auf einer Fläche weiter westlich erbaut. Im Zuge der Bahnreform ab 1994 ging ein großer Teil der Eggarten-Siedlung in das Eigentum der bundeseigenen Vivico Real Estate über, aus der 2011 die CA Immo Deutschland entstand. Die Restflächen blieben zunächst beim Bundeseisenbahnvermögen und wurden 2015 in einem Bieterverfahren an die Büschl Unternehmensgruppe verkauft. Seitdem laufen die Vorbereitungen zur gemeinsamen Entwicklung des Grundstücks.

CA Immo und Büschl-Gruppe sind bezüglich der Entwicklung der Eggarten-Siedlung also mit einer sehr langfristigen Perspektive unterwegs.

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